Bild zum Wochenende (3): Noch mehr Matsch

Das letzte Wochenende ist zwar schon in weiter Ferne und das neue steht fast vor der Tür. Dennoch will ich um kurz vor Schluss noch schnell die Gelegenheit nutzen, um meine Eindrücke von Samstag zu schildern. Dabei tun sich gewisse Parallelen zum BzW #1 auf.

Gespielt wurde dieses mal in Hamburg, wo die Berlin Kobra Ladies zu Gast bei den Hamburg Amazons waren (Alle Bilder des Spiels). Als ich aus Berlin losgefahren bin hat es angefangen zu regnen, auf der Autobahn hat es geregnet, bei der Pause hat es geregnet und beim Aussteigen schien auf einmal die Sonne bei 25 Grad und wolkenlosem Himmel hat es geregnet. Hamburg hatte die Tage zuvor die Sonne offensichtlich nicht allzu oft gesehen, was sich beim Blick auf das Feld zu beweisen schien: Matschepampe überall. Darüber freut sich der/die SpielerIn (insbesondere wohl die Runningbacks) nicht besonders, als Fotograf hüpft einem das Herz gleich ein bisschen höher. Nicht, dass man etwas gegen Sonnenschein hätte, aber Regensspiele haben in dieser Hinsicht ihren ganz eigenen Reiz. Ist dann der Boden noch suboptimal in Sachen Wasserableitung, wird es noch interessanter.

Volle Schlammpackung beim Catch. | 200mm  / 1/1250sec / f.2.8  / ISO 1000.

Volle Schlammpackung beim Catch. | 200mm / 1/1250sec / f.2.8 / ISO 1000. (Klicken für größere Ansicht)

So ist dieses Bild kurz vor der Endzone entstanden. Der Platz sah zwar nicht überall so aus, aber gerade vor dieser Endzone war eine riesige Matschpfütze, um die die Teams anfangs oft drumrum gespielt haben: dauernd kamen sie entweder nicht in ihre Nähe oder haben gleich auf die andere Endzone zugespielt. Kurz vor Schluss war es dann doch soweit, der Catch kam über die Mitte, der DB von der Seite, der Receiver lag im Matsch.

Gefallen tun mir natürlich die extemen Matschspritzer, dass man auch in der Unschärfe die Pfütze noch sieht und ganz im Hintergrund noch erahnen kann, dass da hinten noch sowas wie Rasen existiert. Es sind keine zusätzlichen Personen im Hintergrund zu sehen, sodass nichts vom eigentlichen Motiv ablenkt und abgeschnitten werden musste. Der Regen kaschiert gut das Bildrauschen, dass bei meiner guten alten 40D auch bei ISO 1000 schon merklich zunimmt. So weit, so gut.

Was mich mal wieder nervt ist das abgeschnittene Bein der Amazons-Spielerin. Bei der Sportfotografie hat man meistens schon nicht viel Zeit, den Bildausschnitt genau festzulegen. Mit einer Festbrennweite ist man dann noch ein Stück weiter eingeschränkt. Auf der anderen Bildseite flog der Matsch noch ein Stück weiter, dort habe ich aber abgesschnitten, weil sonst bei meinem gewählten, eigentlich immer angewendeten Seitenverhältnis von 3:2 über den Spielerinnen viel Grünzeug zu sehen gewesen wäre, was das Spielgeschehen hätte weiter weg und damit weniger intensiv erscheinen lassen. Sportfotografie lebt meiner Meinung nach davon, dass man Einblicke wie Gesichtsausdrücke oder andere Details erhält, die man als normaler Zuschauer aufgrund der räumlichen Distanz nicht sehen würde.
Das übliche Leid des grünen und menschenleeren Baumhintergrundes bei Randsportartbildern trifft hier auch wieder zu, hat in diesem Fall aber wie gesagt etwas Gutes.

Schade ist hier allein, dass kein Team mit hellen Trikots oder Hosen gespielt hat. Navyblau auf der einen und zumindest schwarze Hosen auf der anderen Seite bringen den Matsch auf den Bildern nicht so besonders zur Geltung. Optimal wären natürlich weiße Jerseys gewesen, aber keines der Teams wollte mir diese Freude machen ;-).

Alles in Allem gefällt mir das Bild dennoch sehr gut und ich hoffe, dass es dieses Jahr noch das ein oder andere Regenspiel auf Matscheplatz geben wird. Die Wettervorhersagen für den berliner Raum geben mir Raum zur Hoffnung.

Apropos Regen: Bisher habe ich die „nicht wasserdichte [Tauchgänge werden nicht empfohlen]“ (Handbuch) EOS 40D und das abgedichtete EF 200mm 2.8 II bei Regen lediglich mit einem Handtuch geschützt, das über Kamera und Objektiv lag. Das hat selbst bei dem Dauerregen an diesem Wochenende gerade noch so funktioniert, zumal die 40D schon ein bisschen was aushält. Aber das Herz bleibt doch kurz stehen, wenn ein Knopf kurzfristig nicht funktioniert oder man den Regen wasserfallartig am Gehäuse runterlaufen sieht, weil das Handtuch verrutscht ist. Mit Regenschutz-Billiglösungen à la Gefrierbeutel habe ich auch nicht die besten Erfahrungen gemacht. Deshalb habe ich mir mal den Matin M-6399 Regenschutz bestellt. Testbericht folgt.

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